Huminsäure-Dünger
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June 23, 2025, 10:43 AM
Leitfaden
Höhepunkte auf einen Blick
Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Huminstoffe mit Schwerpunkt auf deren chemischen und physikalischen Eigenschaften, Quellen und Qualitätsstandards. Er beschreibt die Klassifikation von Huminsäuren (HA), Fulvinsäuren (FA) und Humin basierend auf Molekulargewicht, Löslichkeit und strukturellen Merkmalen. HA sind hochmolekulare, aromatreiche Verbindungen, die in alkalischen Bedingungen löslich sind, während FA kleinere, stärker oxygenierte und in allen pH-Bereichen wasserlösliche Verbindungen sind. Humin ist die unlösliche, hochstabile Fraktion. Wichtige funktionelle Gruppen umfassen Carboxyl-, phenolische Hydroxyl- und Carbonylgruppen, die zur Ionenaustausch- und Pufferkapazität beitragen. Die physikalischen Eigenschaften – wie Farbe, Löslichkeit, pH-Wert (4–11) und elektrische Leitfähigkeit – werden von der Quelle und der Salzform (z. B. Kalium-/Natriumhumat) beeinflusst. Quellen umfassen Leonardit (hoher HA-Gehalt, gleichbleibende Qualität), Kompost (variable Zusammensetzung, höhere mikrobiologische Aktivität), Torf und Sapropel (reich an Mineralien). Die Qualität variiert je nach Herkunft und Verarbeitung, wobei internationale Standards einen Mindestgehalt an Huminsäuren (50–85 %), einen niedrigen Asche- und Feuchtigkeitsgehalt sowie Grenzwerte für Schwermetalle vorschreiben. Die Qualitätsstufen reichen von technisch (50–65 % HA) bis zu Superkonzentrat (>85 % HA) und unterstützen vielfältige landwirtschaftliche Anwendungen.
1. Chemische und physikalische Eigenschaften
1.1 Chemische Struktur und Zusammensetzung
1.1.1 Klassifikation von Huminstoffen
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Huminsäuren (HA):
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Molekulargewicht: 50.000-100.000+ Dalton
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pH-Löslichkeit: Löslich unter alkalischen Bedingungen, fällt bei saurem pH aus
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Farbe: Dunkelbraun bis Schwarz
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Aromatischer Gehalt: 30-45% der Kohlenstoffstruktur
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Fulvosäuren (FA):
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Molekulargewicht: 500-2.000 Dalton
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pH-Löslichkeit: Löslich in allen pH-Bedingungen
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Farbe: Hellgelb bis Dunkelbraun
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Höherer Sauerstoffgehalt und geringeres Molekulargewicht als Huminsäuren
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Humin:
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Molekulargewicht: >100.000 Dalton
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Unlöslich in sowohl sauren als auch alkalischen Bedingungen
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Stabilster Anteil der Huminstoffe
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Bildet die organische Bodenmatrix
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1.1.2 Chemische Strukturmerkmale
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Aromatische Komponenten:
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Benzolringe und phenolische Strukturen
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Chinon- und Hydrochinongruppen
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Aus Lignin abgeleitete aromatische Verbindungen
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Kondensierte aromatische Systeme
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Funktionelle Gruppen:
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Carboxylgruppen (-COOH): 300-870 cmol/kg
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Phenolische Hydroxylgruppen (-OH): 200-570 cmol/kg
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Alkoholische Hydroxylgruppen: Variabler Gehalt
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Aminogruppen (-NH₂): In geringeren Konzentrationen vorhanden
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Carbonylgruppen (C=O): Ketone und Aldehyde
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1.1.3 Physikalische Eigenschaften
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Aussehen: Dunkelbraunes bis schwarzes Pulver, Granulat oder Flüssigkeit
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Löslichkeit:
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Wasserlöslichkeit variiert je nach pH und Quelle
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Kaliumhumat: 80-95% wasserlöslich
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Natriumhumat: 85-98% wasserlöslich
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Freie Huminsäure: 5-15% wasserlöslich
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pH:
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Feste Huminstoffprodukte: pH 4-6 (sauer)
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Alkalische Humatlösungen: pH 8-11
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Pufferkapazität: Starke pH-Pufferwirkung
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Elektrische Leitfähigkeit:
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Variabel je nach Salzgehalt
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Kaliumhumat: 15-25 mS/cm bei 1% Lösung
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Feuchtigkeitsgehalt: 8-15% bei festen Produkten
1.2 Ausgangsmaterialien und Qualitätsunterschiede
1.2.1 Leonardit-abgeleitete Huminsäuren
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Quelle: Oxidierte Braunkohlelagerstätten
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Eigenschaften:
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Hoher Huminsäuregehalt (60-80%)
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Niedriger Aschegehalt (5-15%)
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Konstante Qualität und Zusammensetzung
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Dunkelbraune bis schwarze Farbe
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Hauptkommerzielle Quelle weltweit
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Geografische Quellen:
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North Dakota, USA (Hauptquelle)
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Deutschland, Tschechische Republik, Russland
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China, Indien (aufstrebende Quellen)
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1.2.2 Kompost-abgeleitete Huminstoffe
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Quellen:
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Kompost aus kommunalen organischen Abfällen
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Kompost aus landwirtschaftlichen Rückständen
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Wurmkompost (durch Regenwürmer verarbeitet)
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Kompost aus Klärschlamm
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Eigenschaften:
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Niedriger Huminsäuregehalt (15-35%)
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Höherer Anteil an Fulvosäuren
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Variable Zusammensetzung je nach Ausgangsmaterial
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Höhere mikrobielle Aktivität
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Frische organische Bestandteile
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1.2.3 Torf- und Sapropelquellen
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Torf-abgeleitete Huminsäuren:
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Quelle: Sphagnum- und Seggentorfvorkommen
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Eigenschaften: Hoher Fulvosäuregehalt, saurer pH
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Geografische Quellen: Kanada, Russland, Nordeuropa
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Sapropel-abgeleitet:
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Quelle: Sedimente am Boden von Süßwasserseen
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Eigenschaften: Ausgewogenes Verhältnis von Huminsäuren/Fulvosäuren
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Zusätzliche Mineralien und Spurenelemente
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1.3 Qualitätsstandards und Spezifikationen
1.3.1 Internationale Standards
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Huminsäuregehalt:
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Mindestens 50-80% (Trockengewichtsbasis)
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Gesamte Huminstoffe: 60-85%
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Fulvosäuregehalt: 15-25%
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Physikalische Spezifikationen:
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Feuchtigkeitsgehalt:
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Aschegehalt:
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Partikelgröße: 80-200 Mesh für Pulver
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Schüttdichte: 0,4-0,7 g/cm³
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Chemische Reinheit:
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Schwermetalle:
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pH: 4-6 für feste Produkte
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Elektrische Leitfähigkeit: Angegebene Bereiche
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Organische Substanz: >85%
1.3.2 Klassifikationen für landwirtschaftliche Qualität
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Technische Qualität: 50-65% Huminsäuregehalt
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Standardqualität: 65-75% Huminsäuregehalt
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Premiumqualität: 75-85% Huminsäuregehalt
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Superkonzentrat: >85% Huminsäuregehalt
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Flüssige Formulierungen: 10-15% Huminsäure in Lösung
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