Russland erwägt die Einrichtung eines einheitlichen Düngemittel-Handelsunternehmens, um die Preismacht zu stärken.
Laut Medienberichten, die sich auf Quellen berufen, erwägt Russland die Einrichtung eines einheitlichen Handelsunternehmens für den Export von Düngemitteln, um seinen Einfluss auf die Preisgestaltung auf dem Weltmarkt zu erhöhen.
Quellen zufolge wurde die Idee im Juli dieses Jahres von Dmitry Mazepin, dem Gründer von Uralchem, vorgeschlagen. Der russische Premierminister Mischustin und der Minister für Industrie und Handel Manturov diskutierten anschließend darüber, aber es wurden keine Entscheidungen getroffen, und es ist unklar, wann sie den Vorschlag erneut prüfen werden.
UralChem ist ein führender Düngemittelanbieter in Russland, das der weltweit größte Düngemittelproduzent ist und etwa 15 % des jährlichen globalen Verbrauchs ausmacht.
Die Quellen enthüllten, dass einige große Düngemittelhersteller dieser Idee nicht zustimmen, da sie befürchten, dass dies ihrem Geschäft schaden könnte. Sie sind der Meinung, dass der Export der meisten Düngemittel bereits wieder das Vorkriegsniveau erreicht hat, und sehen daher keinen Nutzen in diesem Vorschlag.
Durch die Einrichtung eines einheitlichen Handelsunternehmens könnte die russische Regierung größere Kontrolle über die Einnahmen aus Düngemittelexporten erlangen und einen stärkeren Einfluss auf die globale Preisgestaltung ausüben. Russische Düngemittelunternehmen handeln derzeit über die Schweiz und andere Drittstaaten.
Obwohl der Westen russische Düngemittelunternehmen aufgrund der Bedeutung von Düngemitteln für die Lebensmittelproduktion nicht direkt sanktioniert hat, haben baltische Häfen die Verarbeitung der meisten Düngemittelprodukte eingestellt, was zu einem Rückgang der Lieferungen geführt hat. Darüber hinaus haben globale Schifffahrtsunternehmen, einige internationale Banken und Versicherungsunternehmen sich aus Russland zurückgezogen, was es dem Land erschwert, Düngemittel ins Ausland zu exportieren.
Laut öffentlichen Erklärungen Russlands wurden russische Getreide- und Düngemittelexporte zwar nicht vollständig vom Westen sanktioniert, aber westliche Einschränkungen bei Zahlungen, Logistik und der Versicherungsbranche stellen Hindernisse dar. Russland hat wiederholt den Westen aufgefordert, diese Barrieren zu beseitigen und Erleichterungen zu schaffen, was es zu einer Bedingung für die Verlängerung des Schwarzmeer-Getreideabkommens macht.
Im Juli dieses Jahres kündigte Russland die Aussetzung des Schwarzmeer-Getreideabkommens an und erklärte, dass Teile des Abkommens, die Russland betreffen, nicht erfüllt wurden.
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